Tom's Genealogy - Ahnenforschung der Familien Breu und Reiblich

Checkliste Klinikaufenthalt

Ein Krankenhausaufenthalt gehört meist nicht zum üblichen "normalen" Alltag. Und so fehlt es (erfreulicherweise) meist an Erfahrungswerten, wenn man eine Klinik "besuchen" muß.
Ob es zu einem unerwarteten Klinikaufenthalt (Unfall, akute Krankheit) oder ein längerer (geplanter) Krankenhausaufenthalt (Infektion, Operation, mehrtägige Untersuchungen) kommt: egal, - es gibt viele Dinge zu bedenken und zu berücksichtigen.
Im Falle eines Unfalls oder einer akuten Erkrankung sollte man (wenn möglich) eine Person nennen können, die weiß, wo notwendige Unterlagen zu finden sind und die Zugang zur persönlichen "Ausrüstung" (Kleidung, Körperplegeartikel u.v.m.) hat...Gibt es z.B. irgendeine Vertrauensperson, die eine entsprechende Vollmacht hat? Es ist eine Überlegung wert!
Vor einem "geplanten" Krankenhausaufenthalt hat man oftmals wenigstens noch etwas Zeit um nach der "passenden" Klinik Ausschau zu halten. Welche ist für eine spezielle Operation geeignet? Welches Krankenhaus bietet die geeignete Ausstattung? Da hilft möglicherweise z.B. die Weisse Liste weiter.
Und sonst hilft vielleicht die vorliegende Zusammenstellung als Gedächtnisstütze, Hilfe und Denkanstoß, was in diesen eher unangenehmen Lebenssituationen zu bedenken. Dabei erhebt diese Aufstellung aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und die einzelnen Punkte treffen auch nicht immer auf jeden zu!

Vor dem Klinikaufenthalt  —   Im Krankenhaus  —   Am Ende des Klinikaufenthalts


  • Im Vorfeld zu klären:

     o Vorbereitung auf Untersuchungen und Behandlungen: Den einweisenden Arzt fragen ob es für das Diagnose-/Therapieverfahren notwendig ist (bestimmte) Medikamente abzusetzen und/oder bereits einige Zeit vorher nicht mehr zu essen und/oder zu trinken. Klären, ob bestehende Vorerkrankungen (z.B. Diabetes) oder vorhandene und notwendige Hilfsmittel (z.B. Herzschrittmacher, Prothesen) Einfluss auf die bevorstehenden Behandlungen und Untersuchungen haben.
     o Barrierefreiheit: Vor der Anreise im Bedarfsfall klären, ob es Rampen, Aufzüge bzw. einen behilflichen Mitarbeiter des Krankenhauses gibt, der zur Hand gehen kann (z.B. für seh-/gehbehinderte oder demenzerkrankte Patienten, Kinder).
     o Sprache: Falls notwendig klären, ob z.B. ein Dolmetscher (für ausländische Mitbürger) oder z.B. Informationen für sehbehinderte Patienten (große Schrift, Blindenschrift) verfügbar stehen. Auch eine entsprechende Vertrauensperson ist/wäre hilfreich.
     o Zusatz-/Wahlleistungen: Klären, ob besondere Leistungen erwünscht sind (z.B. Einbettzimmer, Chefarztbehandlung) und diese auch angeboten werden bzw. welche Kosten hierfür entstehen.  o Bei Dauermedikation von Aspirin (ASS) oder Antikoagulanzpräparat (Marcumar, Xarelto, Plavix, Iscover, Tiklyd o. ä.) unbedingt bei dem einweisenden Arzt eine (u.U. notwendige) Umstellung dieser Medikamente ansprechen.
     o Bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung vom Ihrem einweisenden Arzt die kardiale Belastbarkeit (Risikoklasse A,B, C oder D) bestätigen lassen.

  • Noch VOR dem Krankenhausaufenthalt klären:

     o Ist die Betreuung von Haushaltsmitgliedern (Kinder, Eltern) gesichert?
     o Sind die Zahlungen der Fixkosten (Miete, Strom, Telefon, etc.) geregelt?
     o u.U. Nachsendeantrag für die Post.
     o Wer leert den Briefkasten und kümmert sich um die Post?
     o Wer versorgt die Haustiere?
     o Wer kümmert sich um die Pflanzen?
     o u.U. Zeitungen abbestellen
     o Verwandte, Nachbarn, Arbeitgeber, Freunde über die Abwesenheit informieren
     o Müssen wichtige Termine abgesdagt bzw. verschoben werden?
     o Ist abzusehen, daß nach dem Krankenhausaufenthalt besondere Hilfe zu Hause benötigt wird (Haushaltshilfe, Pflegedienst, Rollstuhl etc.)?
     o Ist abzusehen, daß nach dem Krankenhausaufenthalt besondere Maßnahmen erforderlich sind (Umbau der Wohnung/des Autos etc.)?

  • Bitte zuhause lassen (keine Haftung!):

     o Wertgegenstände (Schmuck etc.)
     o (größere) Geldbeträge und Kreditkarten
     o Fernseher / Radio
     o Zigaretten, Alkohol (nicht gestattet)

  • Anreise / Abreise:

     o Klären, welches Verkehrsmittel geplant/genutzt wird und wie lange die Anreise ungefähr dauert (u.U. Verspätungen einplanen).
     o Nach Möglichkeit vorab Informationen über das Krankenhaus besorgen (z.B. Lageplan, Leistungen etc.) [z.B. bei: www.weisse-liste.de].
     o Klären, welches Verkehrsmittel geplant/genutzt wird und/oder ob eine Abholung organisiert werden muß (Gesundheitszustand, körperliche Einschränkungen z.B. nach OP).

  • Persönliche Dinge einpacken:
    ♦ Körperpflege:
     o Handtücher, Waschlappen, Badetücher
     o Seife, Duschgel, Shampoo
     o Zahnbürste, -creme, -becher, Mundwasser
     o u.U. Zahnprothese, Prothesenbecher, Reinigungsmittel und -behälter
     o u.U. Rasierutensilien
     o Föhn, Kamm, Haarbürste, Haarspange/-band
     o Nagelschere, -feile
     o Hautcreme/-lotion
    ♦ Kleidung:
     o Schlafanzüge
     o Bademantel bzw. Hauskleidung
     o Trainingsanzug und Trainingsschuhe
     o Hausschuhe (rutschfeste Sohlen), Schuhlöffel
     o Turnschuhe bzw. feste, bequeme Schuhe
     o Strümpfe
     o Unterwäsche
     o Kleidung für die Entlassung (Hose, Bluse/Hemd)
     o (warme) Jacke
     o für Neugeborene: Erstlingskleidung, Mützchen, etc.
    ♦ Persönliche Hilfsmittel:
     o Brille, Kontaktlinsen (mit Reinigungsmittel, –behälter)
     o Hörgerät
     o Stützstrümpfe
     o Gehstock, -stütze, Rollator
     o Prothesen
     o Mieder, Bandagen
    ♦ Sonstiges:
     o Wecker / Uhr
     o Schreibutensilien, Adress- und Telefonliste
     o evtl. Bücher, Zeitschriften
     o Papiertaschentücher
     o kleinere (!) Geldbeträge (z.B. für von Telefon, Fernsehen, Kiosk)


  • Krankenhausaufnahme:

    Manche Punkte können bereits bei der Anmeldung (im Krakenhaus bzw. auf der Station) mit dem Krankenhauspersonal besprochen und geklärt werden, wie Gewohnheiten und Wünsche im Klinkalltag berücksichtigt werden können.
     o Anmeldung bei der Patientenaufnahme.
     o Die aufgeführten Unterlagen und medizinischen Dokumente bereithalten (s.u.).
     o Information an das (Pflege-/Verwaltungs-)Personal, wenn Lebensmittelunverträglichkeiten vorliegen oder spezielle Ernährungsgewohnheiten zu beachten sind (z.B. kein Schweinefleisch, vegetarisch).
     o Information an das (Pflege-/Verwaltungs-)Personal, wenn (besondere) alltägliche Gewohnheiten (zum Beispiel Schlafrituale) berücksichtigt werden sollen.
     o Sind auf Wunsch zur besonderen Wahrung der Intimsphäre (z.B. aus religiösen Gründen) gesonderte Ausstattungen (z.B. separate Bäder, Sichtschutzwände) verfügbar?
     o Ist eine seelsorgerische Betreuung (z.B. Krankenhauspfarrer) erwünscht und möglich?
     o Stationsleitung fragen, ob und wie persönliche Gegenstände (Geldbeutel, Schlüssel, etc.) sicher aufbewahrt werden können.

  • Nötige Unterlagen (Klinikaufnahme):

     o Ausweispapiere (Personalausweis, Reisepass)
     o Krankenversicherungskarte oder Klinik-Card (bei Privatversicherung)
     o Name und Kontaktdaten (Anschrift, Telefonnummer) des Hausarztes  o Krankenhauseinweisung der/des behandelnden (Haus-)Ärztin/Arztes (sofern nicht im Vorfeld bereits per Post geschickt)
     o Überweisungsschein aus aktuellem Quartal (bei ambulantem Aufenthalt)
     o u.U.Zuzahlungsbefreiung der Krankenkasse
     o u.U. Kostenübernahme vom Sozialamt
     o u.U. eine schriftliche Kostenzusage der (Privat-)Versicherung
     o u.U. ein Nachweis über die Beihilfeberechtigung (z.B. letzter Beihilfebescheid)
     o u.U. Krankenhaustagegeldversicherung: Versicherungsnachweis
     o Name und Kontaktdaten (Anschrift, Telefonnummer) eines Angehörigen, der benachrichtigt werden soll

  • Unterlagen für Ärzte und Pflegekräfte (bisherige Behandlung):

     o Röntgen-, CT-Aufnahmen der letzten zwei Jahre, Röntgenpass
     o Laborbefunde
     o Medikamentenliste und Medikamente mit Dosierung (auch Nahrungsergänzungsmittel, sowie pflanzliche Präparate)
     o bei früheren Krankenhausbehandlungen: relevante Krankenhausberichte, OP-Pass oder Angaben über durchgeführte Behandlungen (wann und wo?)
     o Herz-Pass, Herzschrittmacher-Ausweis
     o Impfausweis
     o Antikoagulations-Pass (z.B. Marcumar, Xarelto o.a.)
     o Allergie-, Röntgen-, Diabetiker-, Prothesen-Pass
     o bei Diabetikern: Diabetikerausweis
     o u.U. Mutterpass (bei Geburten, gynäkologischen Eingriffen etc.)
     o u.U. Angaben zur zuständigen Berufsgenossenschaft (Arbeitsunfall)
     o u.U. Kontaktdaten des ambulanten Pflegedienstes bzw. der stationären Pflegeeinrichtung
     o u.U. aktuelle Vorsorgevollmacht mit Name und Telefonnummer eines Angehörigen bzw. der bevollmächtigten Person
     o u.U. aktuelle Betreuungsverfügung und aktuelle Patientenverfügung (sollte schriftlich vorliegen!)
     o u.U. Organspende-Ausweis


  • Aufklärungsgespräche im Krankenhaus:

     o Überlegen, was man über die Untersuchung / Operation / Behandlung wissen möchte (Notizen machen!)
     o Aufklärungsgespräch mit dem behandelnden Arzt (z.B. Chirurg, Anästhesist)
     o Aufklärungsgespräche rechtzeitig führen um dann genügend Bedenkzeit (vor Unterschrift der Einverständniserklärung) zu haben
     o Mögliche Fragen für die Aufklärungsgespräche (Beispiele):
     Worauf muß bei der Medikamenteneinnahme geachten (z.B. vor der Operation weiter nehmen oder absetzen)?
     Was ist vor der Behandlung bzw. Operation zu beachten (z.B. [wann] vorher nichts mehr essen bzw. trinken)?
     Gibt es Nebenwirkungen / Risiken der bevorstehenden Behandlung / Operation? Wenn ja, welche?
     Besteht ein erhöhtes Risiko z.B. wegen des Alters oder des Gesundheitszustands (z.B. Thrombose = Venenverschluß durch Blutgerinnsel)?
     Wie können Risiko / Nebenwirkungen vermieden bzw. gemindert werden?
     Wie lassen sich Ängste / Sorgen vor der Behandlung / Operation abbauen (z.B. psychologische Betreuung)
     Wie wird die Schweigepflicht der Ärzte, Therapeuten und des Pflegepersonals in einem Mehrbettzimer gewahrt?
     Wann wird man voraussichtlich entlassen und wann ist man wieder arbeitsfähig?
     Ist es möglich, daß die Behandlung zu (zeitweiser / längerfristiger / dauerhafter) Pflegebedürftigkeit führt?
     Wie lange halten mögliche körperliche / geistige Einschränkungen nach der Behandlung wahrscheinlich an?
     Ist nach der Behandlung eine Unterstützung durch Angehörige / Pflegedienst erforderlich?
     o Vom Narkosearzt/Narkoseärztin das Narkoseverfahren und die Überwachungsmethoden erklären lassen.
     o Die eigene körperliche Belastbarkeit im Alltag dem Arzt / der Ärztinso genau wie möglich schildern.
     o Mögliche Fragen für das Anästhesiegespräch (Beispiele):
     Wie ist der zeitlche Ablauf: was passiert vor / nach der Untersuchung / Operation?
     Welches Narkoseverfahren (Vollnarkose bzw. örtliche Betäubung) wird empfohlen und angewendet?
     Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen möglichen Narkosearten?
     Wie kann man am besten Nebenwirkungen / Folgen der Behandlung (z.B. Schmerzen, Übelkeit, Verwirrtheitszustände) vermeiden/verhindern?
     Wie wird die Narkose eingeleitet und wie lange dauert sie voraussichtlich?
     Wie ist die Versorgung nach der Narkose?
     Was ist zu tun, wenn Beschwerden auftreten?

  • Entlassung und Weiterbehandlung:

     o Klären, ob nach der Krankenhausentlassung eine Pflegestufe, Anschlussheilbehandlung bzw. Rehabilitationsmaßnahme erforderlich ist.
     o In diesen Fällen den Sozialdienst des Krankenhauses kontaktieren, der für die Regelung dieser Angelegenheiten zuständig ist.
     o Bei Bedarf wird dort auch der Transport nach Hause bzw. in eine Rehabilitationseinrichtung organisiert.
     o Sozialdienst bezüglich Unterstützungsmöglichkeiten (z.B. Haushaltshilfe, Gehhilfe/Rollator, Pflegebett u.ä.) kontaktieren.
     o Behandelnden Arzt und Sozialdienst befragen, welche Anträge wann und an wen zu stellen sind (z.B. Kostenträger, Kostenerstattung).

  • Beschwerde- und Unterstützungsmöglichkeiten:

     o Für Beschwerden, Verbesserungsvorschläge, Anregungen bezüglich des Krankenhausaufenthalts den Patientenfürsprecher der Klinik kontaktieren.
     o Alternativer Kontakt: Unabhängige Patientenberatung Deutschland (www.patientenberatung.de).
     o Weitere Informationen und Unterstützung bieten (lokale) Selbsthilfegruppen, zu finden z.B. über:
     Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V. (BAG SELBSTHILFE) e. V. (www.bag-selbsthilfe.de/bundesverbaende.html)
     Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V. (www.selbsthilfe.paritaet.org)
     NAKOS Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (www.nakos.de)

  • Entlassung aus dem Krankenhaus:

     o Gesetzliche Eigenbeteiligung der Gestzlichen Krankenkasse (GKV) entrichten (€ 10,- pro Tag, max. 28 Tage).
     o Kopie des Arztbriefes (Erkrankungsverlauf, Gesundheitszustand bei der Entlassung, veranlasste Therapie, Empfehlungen zur Weiterführung der Behandlung)
     o Entlassungsgespräch mit behandelndem Arzt (z.B. Nachsorge, weiter Behandlung).
     o Arztbrief an Hausarzt / Therapeuten allgeinverständlich erläutern lassen.
     o Mögliche Fragen für das Entlassungsgespräch (Beispiele):
     Welche Anschlussversorgung ist vorgesehen?
     Welche Ärzte bzw. Therapeuten sollten für die weitere Behandlung kontaktiert werden?
     Wann ist die nächste ärztliche (Nach-)Kontrolle vorgesehen?
     Sind alle erforderlichen Unterlagen (z.B. OP-Pass) auf dem neuesten Stand?
     Wurden alle notwendigen Unterlagen und Informationen zur Weiterbehandlung an den entsprechen Arzt (z.B, Hausarzt) weitergeleitet?
     Liegen alle aktuellen Röntgen- / Computertomografie-Aufnahmen u.ä. zur Mitnahme für den weiterbehandelnden Arzt bereit (u.U. CD-ROM)?
     Ist die Medikamentenliste (Dosis, Zeitpunkt der Einnahme) aktualisiert?  Woher erhält man das erste Rezept für die nötigen Medikamente?
     Bekommt man die notwendigen Medikamente mit nach Hause (z.B. wegen bevorstehendem Wochenende).?
     Wird eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Krankschreibung) benötigt? Falls ja: wer stellt sie aus?
     Was sollte man nach dem Klinikaufenthalt im Alltag besonders beachten (z.B. nicht schwer heben u.ä.)?
     Wer hilft bei der Beschaffung und Auswahl von Heil- und Hilfsmitteln (z.B. Bandagen, Gehhilfe, Rollstuhl, Pflegebett)?
     Ist der Arztbrief verständlich formuliert, damit pflegende Angehörige / Nachbarn verstehen können, was für die Pflege erforderlich ist?
     o Alle Unterlagen, Befunde, Therapieberichte usw. gut aufbewahren (z.B. separater Ordner). Sie könnten auch nach Jahren bei erneuter Erkrankung hilfreich sein!

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    Verein für Computergenealogie     Top 50 Ahnenforschung
     

     

     

     

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